KIWI-NEWS Nr. 23
vom 16. Januar 2003
Moin Kiwis!
Es ist tatsächlich mal wieder so weit, ihr haltet neue Kiwi-News in den Händen. Es gibt viele Gründe, warum es lange Zeit keine News gab, doch die will ich nicht alle aufzählen. Fakt ist, es gibt endlich eine neue Ausgabe. Durch die lange Schaffenspause findet ihr als ersten Bericht eine Geschichte zur Auswärtsfahrt nach Schalke aus dem Februar 2002 von Gummi. Eine sehr gute Idee und lustig umgesetzt, die endlich an die öffentlichkeit gelangt. Weiterhin gibt es einen Bericht von Pio zum Auswärtsspiel in Köln. Zum „Heimspiel-Derby“ in die ...-Arena und nach Bremen haben wir letzte Saison jeweils eine Bustour unternommen, hier schenken wir uns jetzt aber die Berichte, bzw. es gibt auch keine von diesen Fahrten. Im Juli konnten wir wieder eine tolles Kiwi-Sommerfest in Wilster feiern. Auf diese Festivität blickt Rowi zurück.
In der 2. Liga haben wir bisher eine gemeinsame Auswärtsfahrt organisert. Mit dem Bus ging es nach Lübeck. Waren wir überhaupt da? Ich glücklicherweise nicht, da ich kurzfristig länger arbeiten mußte, Danke Chef. Sonst gibt es von dieser Fahrt und dem dazugehörigen Spiel nichts weiter zu berichten. Zum Thema Auswärtsfahrten und Termine allgemein gibt es im hinteren Teil nähere Ausführungen.
Dann hatten wir im August Besuch von den uns drei sehr gut bekannten Tulpen Kees, Peter und Peter. Als Glücksbringer konnten die drei jedoch nicht fungieren, denn das Heimspiel gegen Ahlen und die Partie in L.... endeten nicht so doll. Außer der Spiele hatten die drei jedoch eine tolle Woche in Schleswig-Holstein und vor allem in Wilster! Pio hat mittlerweile auf Wunsch der Tulpen eine Kolumne in deren »News« veröffentlicht, in der er uns Kiwis einmal vorstellt. Vielleicht gibt es bald die „Revanche“ in den Kiwi-News. Und im letzten Jahr bekamen wir eine Interviewanfrage vom Fanzine »Nachgetreten«. Per e-mail habe ich die Fragen beantwortet und in der nächsten Ausgabe, die jetzt irgendwann zu einem Heimspiel erscheinen soll, wird es dann zu Lesen sein.
Zum FC St. Pauli selbst in seiner sportlichen Situation, wie in der Führungsetage schreibe ich nichts, davon steht genug in der Zeitung. Die sportliche Lage erscheint mir jedenfalls sehr ernst bis hoffnungslos- bitte nicht 3. Liga!
Zu guter Letzt gibt es noch ein Grußwort zum neuen Jahr von unserem „Fangemeinschaft-Kanzler“ Pio. Genug der Einleitung, lest die News und schwelgt in Erinnerungen.
Viel Spaß beim Lesen wünscht Euer Chefredakteur.
Schalke 04 gegen FC St. Pauli
Die Odyssee, Band 26
Im ganzen Land war es friedlich und still. Alle Menschen schliefen tief und fest in der Nacht vom 8. auf den 9. Februar. Alle? Nein, nicht alle, die kleine Bastion Wilstum mitten in Schleswig-Holstum wehrte sich gegen diese Stille und so waren viele der Einheimischen und auch einige vorübergehende Gäste schon morgens um sechs Uhr in reger Aufruhr. Die Freunde Majestix Frankinix und Autorix Ulfix planten schon seit längerer Zeit eine Reise zu einem Gladiatorentreff zwischen den Piraten des Efcesantpauli und den Knappen von Schalkenullvier in der neuen ehrwürdigen Arena in der fernen Stadt mitten im Ruhrpottreich. Es gab viele Wilstumer und Kiwirixer, die die Paulipiraten, wie sie liebevoll von ihren Anhängern genannt werden, bei dem großen Duell anfeuern wollten. So wurde ein großer Karren der Firma Quandix mit dem Kutscher Dietertrinknix angemietet und noch vor Sonnenaufgang die Reise in die ferne Arena angetreten. Leider musste Durchfallix Leofix aufgrund von Krankheit absagen, so dass ihm ein erlebnisreicher Tag, wie sich später herausstellte, versagt geblieben ist. Auch nicht verwunderlich war die Tatsache, dass Familie Zuspätix Gertzix nicht rechtzeitig kam, was der guten Laune keinen Abbruch tat, da es sich um ein immer wiederkehrendes Ereignis handelte.
Majestix und Autorix hatten für den langen Weg ausreichend Verpflegung bei dem ansässigen Krämerix Maronix geordert, so dass wir bestens vorbereitet waren für den Weg. Beissix Gummix und Karnevalix Bettix begannen wie viele andere, ihren Durst erst einmal mit Alster zu löschen und eines der leckeren Wildschweinbrötchen zu verköstigen. Doch wie sich später herausstellte, hatte Gummix noch auf der Rückfahrt Hunger, man munkelt auf Wildschwein. Die Panschnix Freunde Oesix und Idefix Fritzix, so genannt wegen seiner wuscheligen Frisur, gaben sich nicht mit Bier zufrieden und schenken sich noch vor Hamburgum Mixgetränke ein. Die Stimmung war gut.
In Hamburgum stiegen noch weitere Freunde der Piraten zu, unter anderem auch Schokomokix Schmedix, dessen überschwängliche Laune gekoppelt mit seiner verminderten Selbst- und Fremdwahrnehmung durch die eher ruhig wirkende Gernesinglelix Katrinix ausgeglichen wurde. Neben einem eher undeutlichen "Salve" von Schokomokix vernahmen einige auch noch die Worte „In vino veritas“. Naja, die Stimmung war gut. über sehr gut ausgebaute Wege schlängelte sich der Karren in Richtung der Arena. Majestix hatte von Troubadix reichlich gute Lieder und Balladen dabei, so dass uns nie langweilig wurde. Und war mal so ein Punkt gekommen, verteilte zum Beispiel unsere überraschmix Steffix ihre und unseren geliebten ü-Eier. Aber auch unsere Organisatoren Majestix und Autorix hatten noch überraschungen parat; ein Quiz mit vielen Fragen zum fußballerischen Weltgeschehen und zu den Piraten gestaltete die Fahrt sehr kurzweilig, so dass wir unser gelernten Wissen anwenden konnten. Der Sieger, kein Kiwirixer, ließ sich nach seiner Ehrung nur zu einem „Non scolae set vitae disciminus“ hinreißen, was in dem einen oder anderen „Skandal“ Ruf unterging. Weiterhin lebte unser Kiwirixer Schokomokix das Motto „Carpe diem“, wobei seine Freundin schont jetzt vermutete, dass das Motto „Alea iacta est“ wohl besser zu seinem Zustand passen würde. Die Stimmung war gut. Die eher heimatverbundenen Wilstumer machten auf ihrer Reise viele interessante Bekanntschaften, von denen vor allem Supermannix zu erwähnen ist, der uns bestimmt hätte helfen können, um die Odyssee zu vermeiden. Er war ja auch willens einzusteigen, schade.
Die Gladiatoren aus der Arena waren bei diesem Kampf haushohe Favoriten, was uns beim Ergebnistipp nicht weiter beeindruckte, wir hielten alle zu unseren Piraten. Alle? Nein, nicht alle, nur Knappix Lotharix ließ sich zu einem unverschämten 4:0 hinreißen. Er sollte recht behalten. Doch die Stimmung war gut. So gegen zwei Uhr kamen wir an der beeindruckenden Arena an. Wir wurden dort von Bauchix Inesex, die in dieser Region ansässig ist, empfangen. Autorix, der Inesex auf einem Dorffest einst geschwängert hat, war über das Zusammentreffen besonders erfreut, so dass wir gleich kartonweise Geschenke überreichten und in ihren Karren verluden. Das Wetter in dem fernen Land war eigentlich Hamburgumwetter und die Stimmung war gut. Am Eingang funktionierte alles tadellos. Alles? Nein, nicht alles, Schokomokix versuchte sich mit einem ergreifenden „Veni, vidi, vici“ Einlass zu verschaffen. Doch über ein „veni“ kam er vorerst nicht hinweg. Ihm wurde der Einlass verweigert, da er zu voll war. Nur das beherzte Eingreifen von Bruderix Tobix und Panschix Idefix Fritzix verhalf ihm noch zu dem Genuss, die ungleichen Gegner kämpfen zu sehen. Womit wir auch schon beim Kampf bzw. beim Spiel wären. Die Piraten, die sich seit längerer Zeit schon auf einem Abstiegsplatz befinden und schon lange totgesagt sind, betraten die Arena mit einem „Morituri te salutant“. Das Spiel ist kurz zusammengefasst, vier Veltins, null Astra, die königsblauen Gladiatoren zeigten eine überzeugende Leistung und wieder einmal blieb uns nur die Erkenntnis, dass „per aspera ad astra“ ein langer und schwieriger Weg ist. Das Spiel wurde dann auf dem Weg zurück zum Karren wie erwartet fachlich, sachlich einwandfrei analysiert und eins war gewiss, dass spätestens nach drei Stunden Fahrt die wahren Sieger die Piraten sind. Autorix verabschiedete sich, da er noch zu einem in der Region üblichen Dorffest mit Inesex sollte. Karnevalix Bettix standen die Tränen in den Augen. Kurze Zeit später war die Stimmung wieder gut. Knappix Lotharix läutete die Rückfahrt mit Bacardix und einem „Carpe noctem“ ein und man vergaß den Schmerz des verlorenen Duells unter dem Einfluss von mitgebrachten Getränken relativ schnell.
Wie gerne würde ich jetzt mit den uns allen bekannten Schlussworten von Asterix enden. Doch leider trifft in diesem Teil der Geschichte nicht alles wirklich zu, denn es heißt...
„Wie immer liefert die Rückkehr unserer Freunde auch diesmal den Anlass für ein wunderbares Gelage unter den Sternen. Bei näherem Hinsehen kann man feststellen, dass jede ihrer Expeditionen eine Bereicherung bringt, da sich die Reisenden ja jedes Mal einige der angenehmsten Bräuche des Gastlandes zu Eigen machen....“.
Eine Bereicherung und jede Menge Spaß war es auf jeden Fall, doch eine Bereicherung in Form von drei Punkten wäre uns allen lieber gewesen. Allen? Nein, nicht allen, nur Knappix Lotharix.....alias Troubadix (der gefesselt an einem Rad des Karrens die Rückfahrt bestreitete)
Ende
Kleines Wörterbuch:
Salve Moin
Alea iacta est : Der Würfel ist gefallen
Veni, vidi, vici : Er kam, sah und siegte
Carpe diem: Nutze den Tag
Carpe noctem: Nutze die Nacht
Morituri te salutant: Die Todgeweihten grüßen euch
Non scolae sed: Nicht für die Schule,
vitae disciminus: sondern fürs Leben lernt man
Per aspera ad astra: Durch das Raue zu den Sternen
In vino veritas: Im Wein liegt Wahrheit
1. FC Köln gegen FC St. Pauli: Der Abstieg
Zugegeben, mit dem Abstand von einigen Wochen fällt die bittere Geschichte nicht mehr ganz so übel aus, aber frustrierend war der Auftritt in NRW schon. Allerdings muss gesagt werden, dass das Spiel auch das einzig ätzende an der Tour war, obwohl ich eine neue Erfahrung machen musste (dazu später mehr).Die Planungen für die Fahrt begannen recht früh, trotz der sportlich negativen Entwicklung stand rechtzeitig fest, dass eine Gruppe von uns sich auf den traditionellen Weg machen würde. Ulf, Fritz, Steffi und Mareike waren als Team fest gesetzt, andere Namen potentieller Mitfahrer wurden im Vorfeld genannt.
Das Problem war die Fahrt von Wilster zum Sonderzug bzw. die Rücktour in der Nacht, keiner wollte fahren. Nach einigem Hin-und Her entschloss ich mich kurzfristig, auch noch einzusteigen, was die anderen vier KiWis höhnisch mit dem Kommentar verbanden, dass nunmehr das Fahrtproblem gelöst sei, da ich als Nachrücker selbstverständlich fahren müsse. über die Logik möchte ich mich hier nicht auslassen, zumal ich schon für meine Entschlussunfreudigkeit durch höhere Ticketpreise bestraft wurde und mein Mitgliedbonus zu Gunsten der vier Freunde ging. Das entscheidene Kriterium war einfach, dass ich recht selten als fahrer bei St.Pauli-Spielen zur Verfügung stehe und zu Auswärtstouren schon gar nicht, insofern traf es wohl den Richtigen. Morgens starteten wir mit Ulfs Vento, der Sonderzug war gut besucht und wir bekamen ein Abteil für uns alleine. Recht zügig verlief die Fahrt, im Partywagen trafen wir einige alte Mitstreiter, nach diversen Touren schon selbstverständlich, man kennt sich. Die üblichen Nährmittel wurden konsumiert, das erste „Aha-Erlebnis“ dann nach dem Knacken des obligatorischen ü-Eis: In meinem Schokoding befand sich Hennes, der Kölner Geißbock. Zu diesem Zeitpunkt interpretierte ich das Ganze noch als positives Omen und schützte das Tier, so gut ich konnte, heute macht es mir nichts aus, wenn Peer das Gerät zerstückelt.
Die Stimmung bei der Ankunft in Köln-Deutz (mal was anderes) war prima, im Bahnhof sangen sich einige Leutchen mit dem Kölner Kultsong „In unserm Viertel“ schon mal ein, die Fahrt zum Stadion verlief im Gegensatz zu früheren Besuchen erstaunlich glatt und zügig (Ulf konnte sein Nervenkostüm schonen). Am Stadion erfolgte dann das verabredete Treffen mit unseren niederländischen Freunden der „Tulpen“ (die dieses Jahr als unsere Vertretung beim Jack Daniel`s Cup mit dem vierten Platz glänzten). Das Wiedersehen war total nett, neben den altbewährten Peter, Peter und Kaes war auch Greetchen, die Freundin von Peter aus Rotterdam, mit dabei. Bis auf mich zogen dann alle auf die Stehtribüne im Stadion um, ich verzog mich auf meinen Sitzplatz. Das Müngersdorfer wird übrigens auch schon zu einem reinen Fußballstadion umgebaut, daher waren auch die Plätze anders als bisher; die Kölner standen in „unserer“ Kurve, in der wir beispielsweise den heldenhaften 1:0 Auswärtssieg beim Spiel mit dem Schmeede/Marc-Problem (s. KiWi-Fragebogen) bewundern durften. Nach wenigen Minuten führte Köln schon 1:0, ein harmloser Freistoß von Lottner. Wir wussten auch nicht, was unser Keeper Simon sich dabei gedacht hatte, der war auf jeden Fall haltbar. Auch im weiteren Verlauf spielten unsere Leute superschwach, Köln war klar besser, hatte große Chancen und hätte höher führen können. Dementsprechend mies war die Stimmung in der Pause, man hatte wieder einmal nicht das Gefühl, dass unser Team wusste, dass es um die letzte Chance ging. Alle anderen Spiele liefen außerdem für uns, es war zum Heulen. Dafür ging es dann in der zweiten Hälfte bombastisch los, Inceman machte sofort den Ausgleich mit einem absoluten Traumtor. Jetzt begann alles neu, es entwickelte sich ein spannendes Match mit Chancen auf beiden Seiten, aber wir waren besser und hätten in Führung gehen müssen (Gibbs und Marcao, die Blinden). Das Schicksal bestrafte uns ausgerechnet in Form von M.Scherz, der in der Nachspielzeit den Abstieg quasi besiegelte.
Natürlich waren wir zutiefst getroffen, die Kölner konnten ihr Glück kaum fassen. Wir fuhren dann mit der S-Bahn in die Stadt, unser Zug fuhr erst gegen 22.00 Uhr ab. Die Tulpen begleiteten uns natürlich, sie hatten Hotelzimmer gebucht und blieben über Nacht. Vor dem Dom gab es das übliche Erinnerungsphoto, dann gingen wir ins „Früh“. Nach kurzer Wartezeit bekamen wir dann eine nette Sitzecke und verplauderten den Abend bei einigen Kölsch. Die Tulpen brachten uns dann auch noch zum Bahnhof und wir verabschiedeten uns herzlich, der Kontakt wird sicherlich vertieft werden. Ganz zum Schluss konnten wir uns ein „Ohne Holland, fahren wir...“ doch nicht verkneifen, haben herzhaft gelacht. Die Rückfahrt fiel für die meisten von uns 5 relativ ruhig aus. Der Zug hielt einmal, da ein „Fan“ mit Freundin auf halber Strecke aus dem Gefährt geworfen wurde, ansonsten waren Ulf und „Fritz, der Traktorist“ (DDR-Kampflied, wie wir von den Tulpen hörten), am Feiern, wir anderen verhielten uns ruhig. Nach dem Genuss etlicher Kölsch war es aber doch verwunderlich, dass Mareike mir gegen 23.00 Uhr plötzlich anbot, von HH aus nach Hause fahren zu wollen, damit ich auf der Rücktour angreifen könnte, wir lehnten das Angebot dankbar ab.
Der Landwirt war nachher ganz beduselt und zählte am Ende Schäfchen, die Ankunft in HH verpasste er aber dank unserer Hilfe nicht. Nachdem wir endlich alle im Vento waren, ging es dann auch schnell nach Wilster, das Gefühl nach einer solchen Tagestour brauche ich keinem früheren Mitfahrer schildern. Wir waren also praktisch abgestiegen, aber die Fahrt war richtig gut, es bleibt ein durchwachsendes Fazit. Na ja, und nächstes Jahr ist Köln natürlich wieder Pflicht, dann wohl mit anderem Fahrer.
Die KiWi-Sommerparty 2002
Nun ist es schon wieder vier Wochen her (der Bericht wurde ebenfalls schon vor längerer Zeit verfaßt), das 2. Highlight jedes Jahres (nach Weihnachten): die KiWi-Sommerparty! Nachdem auf der Vollversammlung im Winter als Austragungsort turnusmäßig Wilster festgelegt wurde, ließ besonders die hohe Anzahl an Organisatoren Tolles erwarten. Steffi, Pio, Mareike, Ulf und ein bisschen auch Chris wollten sich um ein gelungenes Event kümmern und ohne zu viel vorwegzunehmen: sie haben sich richtig ins Zeug gelegt und uns ein tolles Fest beschert.
Wie in jedem Jahr wurde natürlich im Vorfeld keine Gelegenheit ausgelassen, den Organisatoren Informationen zur Party zu entlocken. Aber alle hielten dicht, auch wenn es Chris ganz besonders schwer fiel und Franky ihr ausgeprägtes Mitteilungsbedürfnis das ein oder andere Mal gehörig bremsen musste. Die meisten auswärtigen Mitglieder bemühten sich rechtzeitig um eine Schlafgelegenheit, und so stand einer gemütlichen Feier nichts mehr im Wege.
So reisten wir denn alle frohen Mutes und mit Fahrrädern in Wilster an, obwohl ich mir bis zuletzt nicht sicher war, ob wir diese tatsächlich auch brauchen würden. Treffpunkt war das Clubheim der Wilsteraner Kanuten direkt an der Au, die bei einigen beleibteren Mitgliedern noch feuchte Erinnerungen an die vorletzte KiWi-Party weckte. Alle erinnerten sich gern an das gesunkene „Dickerchen-Boot“, ein Vorfall, der, was vielleicht nicht mehr alle wissen, beinahe eine fatale Kettenreaktion, ausgelöst durch das Sinken des durch unser Boot aufgeschlitzten Rumpfs des legendären Bäderschiffs „Aukieker“, vollbesetzt mit weinseligen Rentnern aus der Wilstermarsch, nach sich gezogen hätte. (Dies ist zumindest das vorläufige Ergebnis der Untersuchungskommission, durchgeführt gleich im Anschluss an den Vorfall durch einen ansässigen Heizungs- und Sanitärmeister auf Frankys Terrasse)
Nachdem nun (fast) alle KiWi-Mitglieder mit Ihren Begleitern eintrafen, die Begrüßungsrituale abgeschlossen und das erste Bier getrunken war, eröffnete uns das Organisationsteam, was uns im Laufe des Nachmittags erwartete: eine Fahrradtour durch die nähere Umgebung, wobei auf der Fahrt Aufgaben zu lösen waren.
Da unsere Gruppe (Karen, Martina und Fritz) als letzte starten mussten, hatten wir genug Zeit, uns auf diese Aufgabe vorzubereiten. So tranken wir, in Erwartung einer auszehrenden „Tour de Wilster“ mit Sprint- und Bergwertungen, noch einige Bierchen. Der Erfolg stellte sich schon an der ersten Station ein: drei Gruppen eingeholt! Dieses Einholen gab uns dann auch die Gelegenheit, uns über die verschiedenen Möglichkeiten zu informieren, wie die an den Stationen zu absolvierenden Extra-Aufgaben am erfolgreichsten gelöst werden können.
Ganz besonders beeindruckt haben mich die Bobby-Car-Einlagen von Leo und Gummi. Zu sehen, wie diese grazilen Gestalten das unschuldige Kinderspielzeug „vergewaltigten“ ... unbeschreiblich! Einige Begebenheiten habe ich leider nicht live erlebt: Der mitleidige Gesichtsausdruck der beiden Kühe, die Schmude und Schmede aufmerksam beim Pinkeln beobachteten, konnte wahrscheinlich nur undeutlich mit Worten beschrieben werden. Nur durch Erzählungen habe ich auch von der etwas eigenwilligen Kölner Version des Eier-Werfens erfahren. Aber es ging noch das ein oder andere Ei, beabsichtigt oder nicht, gezielt oder zufällig, am oder neben dem Körper des ein oder anderen KiWi-Mitglieds, nachmittags oder abends, zu Bruch, sehr zur Freude des jungen Junge-Gertz-Hundes. Ich hoffe, es ist ein Rüde und er hat sein Bestes gegeben!
So versuchten wir mit diesen Eindrücken im Kopf, die uns gestellten Aufgaben mit sämtlichen uns zur Verfügung stehenden Mitteln zu lösen. Dabei waren alle Sinne, Fähigkeiten und Kreativität gefordert, so dass es nie langweilig wurde. Zudem hatten wir Glück mit dem Wetter (es blieb trocken) und mit dem Orga-Team, dass immer einen Schluck Bier anbieten konnte, und so näherten wir uns in einer großen Runde wieder unserem Ausgangsort.
Hier wurden nun alle Begebenheiten der vergangenen Stunden brühwarm aufgetischt, während einige Gruppen noch an ihrem KiWi-Sommerpartylied texteten. Anschließend ließen wir uns das Grillfleisch und die Salate schmecken und tranken uns Mut an für die bevorstehende Präsentation der Lieder an. Die Schwerpunkte der Präsentation wurden sehr unterschiedlich gesetzt. Während die Gruppe um Leo und Gummi die Punkterichter durch einen glockenreinen Gesang auf ihre Seite zu ziehen versuchten, ließ die Gruppe um Siggi und Schmede Taten sprechen, was wiederum einem potentiellen Kücken das Leben kostete. Wir versuchten dagegen, unsere Dankbarkeit gegenüber dem Orga-Team aufgrund seiner tollen Vorbereitung in unserem Lied Ausdruck zu verleihen, was von den anderen als kläglicher Versuch des Einschleimens missverstanden wurde.
Und so hatten die Preisrichter die schwierige und undankbare Aufgabe, eine Platzierung der einzelnen Gruppen vorzunehmen. Die Gruppe um den als teilweise ortskundigen gesetzten Lasse wurde Sieger. Zum Team gehörten wie bereits erwähnt Lasse, Peter, Betty und Kathrina.
Da es aber nur Sieger geben konnte, wurde danach so richtig losgefeiert. Schließlich hatte Ulf aber noch eine überraschung parat, auf die wir KiWis uns schon Jahre freuen: die Rugby-Shirts waren fertig! Wie die kleinen Kinder freuten sich alle, und Ulf hatte ein bisschen was vom Weihnachtsmann, der seine Lieben reich beschenkt. Natürlich wurden die Shirts gleich angezogen - sie sehen wirklich klasse aus! (Das dazugehörige Gruppen-Foto ist leider nichts geworden). So nahm der Abend beschwingt seinen Lauf, bis sich ein weiteres Ereignis ankündigte: Ulli bat darum, in unserer illustren Runde Mitglied zu werden. Natürlich hatte niemand was dagegen, und nachdem Leos Aufnahmevoraussetzung („Zeig uns deine T....n!“) ignoriert wurde, konnte sie stolz ihr neues Rugby-Shirt in Empfang nehmen.
Nach all diesen Sensationen stieg die Stimmung natürlich bis unter die Decke. Es verwundert kaum, dass sich in dieser Atmosphäre so mancher zu ganz überraschenden Taten hinreißen ließ. So habe ich Leo noch nie so lange freiwillig tanzen sehen (man munkelt was von drei Tänzen?!) oder auch Gummi selten so kreativ erlebt (diese erfrischende Art und Weise, uns von der Wichtigkeit eines Tidenkalenders zu überzeugen - alle Achtung, Herr Kollege!).
Silke, die Freundin unseres Schweden-KiWis Marc, hat sich glänzend in die Runde eingeführt und erwies sich als außerordentlich trinkfest. Schmede wollte am nächsten Morgen wissen, ob sie sich in der Nacht ein Bein abgeschraubt hat, um den ganzen Alkohol wieder auszukippen. Natürlich haben wir, wie immer, ordentlich gesoffen. Das Fassbier war schnell leer, doch das tat der Freude am Feiern keinen Abbruch.
Es war denn doch schon sehr spät, bevor die letzten, mehr oder weniger selbstständig, den Weg in die Kojen antraten. Doch für uns, die wir bei Franky übernachteten und dort am nächsten Tag ein opulentes Frühstück serviert bekamen, ging es auch am nächsten Morgen lustig weiter. Noch mehr oder weniger bedröhnt, wurde der vergangene Abend durchgegangen, wobei auch letzte Wissenslücken gestopft wurden. Irgendwie kamen wir alle nicht so recht hoch, so dass wir auch noch den Rennstart der Formel 1 schauten. Dann wurde es aber doch langsam Zeit, und so verließen wir nach einem schönen Tag Wilster, voller Vorfreude auf die nächste KiWi-Party, wo immer diese auch stattfinden mag.
Zu guter Letzt möchte ich dem Orga-Team, und ich denke, ich spreche für alle anwesenden KiWi-Mitglieder, ein dickes Lob für diese tolle KiWi-Party aussprechen. Ihr habt das toll gemacht!!
Worte zum Jahreswechsel
So, liebe KiWis, nachdem Ulf, gehandikapt durch viele Umstände, nun mal wieder eine KiWi-News auf die Beine gestellt hat, soll auch der inzwischen fast schon traditionelle Jahreswechselgruß von meiner Seite erfolgen. Euer Präsi wünscht allen KiWis, deren Partnern/innen sowie Kindern einen ganz, ganz netten und möglichst erlebnisreichen Abschluss des Jahres und ein ausgesprochen glückliches Jahr 2003!!!
Lasst es euch weiterhin gutgehen und uns viel Spaß miteinander haben, auch im neuen Jahr gibt es Verschiedenes zu feiern. Rein sportlich gesehen möchte ich, wie in der Vergangenheit schon, nur auf wenige grundlegende Dinge eingehen, die mich beschäftigen. Zu den frustrierenden Abläufen der Profiabteilung fällt den meisten von uns schon lange fast nichts mehr ein, man schwebt irgendwo im Raum. Teiweise ödet einen alles einfach nur an, einiges durchschaut man nur zum Teil und, wenn man ehrlich ist, auch bei vielen von uns ist schon partiell Bocklosigkeit zu erkennen, was allein mit den Besuchen am Millerntor zu verbinden ist. Die Bereitschaft ins Stadion zu gehen, zumindest die Begeisterung und Vorfreude, die man vor gar nicht langer Zeit hatte, sind doch etwas verflogen- kein Wunder. Trainerwechsel, Präsidentenwechsel, Heimklatschen ohne Ende und die Resignation auf allen Ebenen lassen auch nur wenig Hoffnung auf eine Besserung im neuen Jahr aufkommen. Und dennoch: Irgendwie lebt ein irrationales Fünkchen in mir, logisch (was heißt das schon bei diesem Verein) vollkommen unhaltbar, dass in den nächsten 4 Monaten etwas Unglaubliches geschehen wird. Klar, wahrscheinlich der Absturz. Aber was wäre, wenn die Mannschaft plötzlich ein/zweimal siegt, alles wieder gut wird und man sich um Karten für die Heimspiele wieder prügeln muss? Ich halt an dieser Stelle mal auf, aber ich sage euch, da passiert noch was. Wir werden in der Rückrunde noch Spaß haben, jede Wette, Olli Held schießt noch Tore am Fließband und keiner wird mehr traurig nach Hause gehen. So, und wir persönlich reißen uns auch zusammen, das Reisen und Betüttern der Ehefrauen wird eingeschränkt und wir kümmern uns wieder mehr um unsere wahren Hobbys!!!
Unser jüngster Kiwi Marc Sebastian ist für die Aufholjagd in der Rückrunde gerüstet.
Erfreulich war unser Auftritt beim diesjährigen „Millerntorcup“, ein großer Pokal glänzt in meinem Rücken. Nachdem wir letztes Jahr gar nicht vertreten waren, reisten wir dieses Mal mit 8 Leuten an und spielten richtig gut. Von acht Spielen gewannen wir regulär sieben, nur im Halbfinale gab es ein Remis, das anschließende 7-Meter-Kicken ging leider gegen eine Mannschaft verloren, die sicherlich nicht besser war, im Gegenteil. Anders als vor drei Jahren kann man aber keinem Einzelschützen die Schuld zuschreiben. Im Spiel um Platz 3 fegten wir wie immer den Gegner vom Parkett, es ist halt ewas traurig, dass wir nicht gewonnen haben. Danke an alle Mitspieler und die Fans, dass ihr euch für die Kiwis so eingesetzt habt, ich glaube, es hat allen großen Spaß gemacht, so dass wir nächstes Jahr wieder dabei sein werden. Schade nur, dass wir Wilsteraner danach so schnell zur Weihnachtsfeier mussten, netter wäre es gewesen, noch einige Bierchen zusammen zu genießen, das wird besser!!!
Da kann ich dann gleich weitermachen: Die Sommerparty in Wilster war unglaublich genial, ein Riesenkompliment an alle, die toll vorbereitet und mitgemacht haben. Der ganze Tag war perfekt, für das Jahr 2003 laufen noch die Qualifikationsrunden, mehrere Möglichkeiten (Stolk, Schwabstedt,...) sind gegeben. Ihr werdet wieder rechtzeitig nach der Jahreshauptversammlung am 14. Februar, zu der ich auf diesem Wege schon wieder herzlich einladen möchte, informiert, wann die KiWi-Party stattfindet. Auf der JHV wird mir besonders der Tagespunkt „Bavarians“ fehlen, man munkelt aber, dass die ersten ihre Shirts „verlegt“ haben und wir langsam über Neuproduktionen nachdenken müssen, naja. Auswärtsfahrten gibt es bestimmt auch wieder, auch das beschließen wir auf der JHV.
Sehr nett war auch das Treffen mit den niederländischen Freunden von den „Tulpen“, hoffentlich findet der freundschaftliche Austausch auch 2003 eine Fortsetzung. Was bleibt am Ende? Ich danke Ulf wieder für die Arbeit im Organisationsbereich (News, Touren, ...) sowie grundsätzlich allen, die irgendetwas für die KiWis getan haben. Den Hochzeitspaaren gratulieren wir, der Familie Güstrau natürlich zur Geburt von Marc Sebastian, Ulli heißen wir als neues Mitglied herzlich willkommen. 2003 wird also das Jahr des FC St.Pauli, schließlich gewannen wir erst vor einem Jahr gegen Bayern. Sollte das nicht hinhauen, geht es schon irgendwie weiter.
Lasst es uns gutgehen, viele liebe Grüße nochmals zum Abschluss, bis bald, euer